Language Selection

Get healthy now with MedBeds!
Click here to book your session

Protect your whole family with Orgo-Life® Quantum MedBed Energy Technology® devices.

Advertising by Adpathway

         

 Advertising by Adpathway

Biennale in Venedig: Diese Erkenntnis macht deutsche Politik erträglicher

7 hours ago 1

PROTECT YOURSELF with Orgo-Life® QUANTUM TECHNOLOGY

Orgo-Life the new way to the future

  Advertising by Adpathway

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Reisen bildet, sagt der Volksmund, und was der Volksmund sagt, hat oftmals Hand und Fuß. Zu Fuß gelangt man zwar nicht nach Venedig, aber mit dem Zug, Auto oder Flieger klappt es prima und ist nicht allzu teuer. Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der Kanäle, Kirchen und Cicchetti-Häppchen. Venedig beherbergt auch die Biennale, eine der bedeutendsten Kunstausstellungen der Welt.

Was man dort zu sehen bekommt, wirft so viele Fragen auf, dass man aus dem Nachdenken tagelang nicht herauskommt. Damit meine ich nicht den Skandal, dass der Kreml-freundliche Biennale-Direktor Putins Propagandisten einlud, um die russische Kriegstreiberei mit Techno-Beats und Blumenschlachten zu feiern. Das war einfach nur dreist und die Reaktion der EU-Kommission folgerichtig: Sie hat ihren Millionenzuschuss für die Biennale gestrichen. Abgehakt.

Bleibende Fragen werfen hingegen die Beiträge anderer Nationen auf. Zum Beispiel die Frage, was Kunst im 21. Jahrhundert noch zu sagen hat und wer das noch versteht. Ebenso die Frage, ob es überhaupt wichtig ist, dass man es versteht. Und falls nicht, ob womöglich gerade dieses Unverständnis, das ich in den Augen vieler Biennale-Besucher erspäht zu haben glaube, sowie das Rätseln, was das alles eigentlich soll, eine wichtige Erfahrung in unserer plakativen Welt darstellen. Wenn vom Regierungschef über den Journalisten bis zum Typen in der Schlange beim Bäcker jedermann jederzeit über alles genauestens Bescheid zu wissen meint und dies lauthals kundtut, fällt es zumindest auf, wenn mal etwas geschieht, das sich der sofortigen Deutung entzieht.

So zum Beispiel im deutschen Pavillon auf der Biennale. Dort hängen Alltagsgegenstände aus der DDR und halbierte Stühle an mintgrünen Wänden. "Ruin" heißt die Installation, der Begleittext spricht von "einem Raum, in dem sich physische und soziale Strukturen, deutsche Ideologien und gelebte Biografien materiell überlagern und Architektur, Geschichte und Psychologie in ein produktives Spannungsverhältnis treten." So richtig schlau wurde ich weder aus dem Text noch aus der Installation, aber das liegt womöglich an meinem beschränkten Kunstwissen oder meiner der italienischen Sommerhitze geschuldeten Ungeduld. Irgendeine Bedeutung muss es haben, schließlich sponsert die Bundesregierung das Projekt mit 850.000 Euro Steuergeld.

Einen kurzen Spaziergang später gelangt man zum österreichischen Pavillon. Dort ist eine Performance der Choreografin Florentina Holzinger zu sehen, die für viel Aufmerksamkeit und noch mehr Fragen sorgt. Man kann zwei splitternackten Frauen dabei zuschauen, wie sie in Zeitlupe an einer Eisenstange hoch- und runterklettern. In einem gläsernen Bottich sitzt eine weitere Nackte in geklärtem Wasser, das von einem Dixi-Klo gespeist wird. Besucher werden aufgefordert, das Klo rege zu benutzen. In einer Glocke über den Köpfen der Besucher pendelt zu jeder vollen Stunde noch eine Nackte kopfüber gegen das Gusseisen, um die Uhrzeit anzuschlagen. "In Holzingers Arbeiten trifft extreme Körperlichkeit auf theatralische Präzision – mit dem Ziel, die Grenzen dessen auszuloten, wozu Körper fähig sind", schreiben die Organisatoren. Das wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. "Und nu?", fragte ein Besucher neben mir verwirrt.

Nachdenklich ging ich weiter zum niederländischen Pavillon. Dort wird das Publikum eingeschlossen und nimmt auf Hockern Platz. Dann gehen die Rollos vor den Fenstern runter. Eine asiatische Künstlerin stolziert durch den Raum und gibt Laute von sich, die an einen brünftigen Hirschen erinnern. Zum Abschluss brüllt sie immer wieder "Love yourself!" und "Enjoy your fucking life!" Als die Rollos wieder hochfahren, ertönt zögerliches Klatschen der, ja was, Leidensgenossen? Malträtierten? Auch hier bleiben mehr Fragen, als sich an einem Tag oder gar in einem Morgen-Newsletter beantworten ließen.

Ich will mich deshalb gar nicht erst an einer Antwort versuchen, was Gegenwartskunst Normalverbrauchern wie mir zu sagen hat. Das können andere besser als ich (wobei ich nach der Lektüre der 25.000 Zeichen langen Biennale-Rezension in der "FAZ" auch nicht klüger bin). Ich möchte Sie an dieser Stelle lediglich an einer kleinen Erkenntnis teilhaben lassen, die mir der Besuch der Biennale beschert hat. Sie ist fast banal und lautet ganz einfach: Verstehst du Dinge nicht sofort, gibt es keinen Grund, sie sogleich zu bewerten. Halte es aus, dass sie sind, wie sie sind, und denk in Ruhe darüber nach.

Mir hilft diese Erkenntnis, und das tut richtig gut. Zurückgekehrt aus dem Urlaub, muss ich neben der Arbeit im Newsroom nun ja auch wieder das politische Geschehen kommentieren. Dabei ist vieles, was in Berlin vor sich geht, kaum noch zu erklären. Warum zum Beispiel stellen Politiker von CDU und SPD plötzlich die Beschlüsse zur Rentenreform in Frage, zu denen sie sich mühsam durchgerungen haben? Die ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten fordern, die abschlagsfreie Frührente entgegen der dringenden Empfehlung aller Experten doch nicht abzuschaffen und einen zentralen Bestandteil aus dem wichtigsten Reformpaket der Bundesregierung herauszubrechen. Führende SPD-Politiker stimmen fröhlich in den Abbruchchor ein.

Tun sie das aus Opportunismus, Kurzsichtigkeit oder einfach nur aus Angst vor den Wählern? Mir scheint, die meisten Bürger haben längst verstanden, dass die Zeiten härter geworden sind, und sind bereit, den Gürtel enger zu schnallen, solange es gerecht dabei zugeht. Aber viele Politiker tun immer noch so, als sei der Steuersäckel ein unerschöpfliches Füllhorn, das sie nach Belieben ausschütten können. "Lässt man den Gutversorgten ihre Sonderregeln – wer soll dann noch bereit sein, die Belastungen der Reformen zu akzeptieren?", fragt der Ökonom Martin Werding.

In der Tat, das erscheint unverständlich. Ebenso übrigens wie die Tatsache, dass die Chefs des Axel-Springer-Verlags zwar in ihren Sonntagsreden gern das hohe Lied der Demokratie singen, aber in ihrem "Bild"-Blatt die demokratische Diskussion um die Rente als "Chaos" runterschreiben.

"Was soll das"? kann man sich auch dann fragen, wenn man an Hauswänden Parolen wie jene sieht, die mir gestern Abend in Berlin entgegenblitzte: "Wir sterben nicht für Deutschland!" Die meisten Leute, die ich kenne, wollen nicht sterben, egal für wen oder was. Soweit verständlich. Was mir hingegen nicht in den Kopf will, ist die Haltung, die hinter dem rotzigen Spruch steht und von Mitbürgern stammt, die partout keinen Wehrdienst und damit auch keinen Ersatzdienst leisten wollen. Wo kommen wir hin, wenn immer weniger Menschen bereit sind, sich für ihr Land zu engagieren? Die Bundeswehr hat schon jetzt Probleme, genügend Rekruten zu finden. Auch in Krankenhäusern, Kitas und Seniorenheimen fehlt es an Personal. "Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt", hat John F. Kennedy gesagt. Ich glaube, der wusste Bescheid.

Read Entire Article

         

        

Start the new Vibrations with a Medbed Franchise today!  

Protect your whole family with Quantum Orgo-Life® devices

  Advertising by Adpathway