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Orgo-Life the new way to the future Advertising by Adpathway"Moralischer Bankrott"
Dieser Gast bringt Kanzler Merz unter Druck
Aktualisiert am 30.03.2026 - 00:40 UhrLesedauer: 3 Min.

Der syrische Übergangspräsident Al-Scharaa will sein Land wieder in die internationale Gemeinschaft integrieren. (Archivfoto) (Quelle: Francisco Seco/AP/dpa/dpa-bilder)
Er war einst Dschihadistenführer, heute isst er mit Kanzler Merz zu Mittag. Der Besuch des syrischen Übergangspräsidenten in Berlin löst scharfe Kritik aus.
Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa holt seinen im Januar verschobenen Deutschlandbesuch nach. Er wird am Montag in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz empfangen und an einem Runden Tisch mit Unternehmern teilnehmen. Al-Scharaa kam laut einem Bericht der "Bild" schon am Sonntagnachmittag am Flughafen BER an und stieg für die Nacht im Fünf-Sterne-Hotel Ritz-Carlton ab.
Der Bundesregierung ist bewusst, dass sie es mit einem schwierigen Gast zu tun hat. Der Besuch des einstigen Dschihadistenführers in Berlin wird von Protesten begleitet. Es sind mehrere Demonstrationen mit insgesamt rund 5.000 Teilnehmern angemeldet.
Schon im Vorfeld gab es scharfe Kritik an der Berlin-Reise des früheren Anführers der einst mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbündeten Al-Nusra-Front und der Nachfolgemiliz Hajat Tahrir al-Sham. Die USA hatten einst ein Kopfgeld von zehn Millionen US-Dollar auf den Mann ausgesetzt. Sein damaliger Kampfnahme: Abu Mohammed al-Dschulani.
Linker übt scharfe Kritik an Treffen: "Moralischer Bankrott"
"Das Treffen von Merz mit al-Sharaa ist kein diplomatischer Schritt, sondern ein moralischer Bankrott", erklärte die Linken-Abgeordnete Cansu Özdemir. Merz normalisiere damit Islamisten, "die unliebsame ethnische und religiöse Bevölkerungsgruppen, wie Christen, Alawiten, Drusen und Kurden massakrieren".
Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) wirft al-Scharaa Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. "Al-Scharaa gehört vor ein Gericht und nicht ins Kanzleramt", sagte der KGD-Bundesvorsitzende Ali Ertan Toprak der Nachrichtenagentur AFP.
Al-Scharaa hat den Tarnanzug schon vor einiger Zeit gegen feinen Zwirn und Krawatte ausgetauscht. Er steuert Syrien hin zu einer Öffnung und Annäherung an den Westen. Er war schon bei Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron im Élysée-Palast und bei US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu Gast.
In Damaskus führt al-Scharaa die Regierung, seitdem von ihm angeführte islamistische Milizen am 8. Dezember 2024 den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt hatten. Und für die Bundesregierung gibt es in Syrien handfeste Interessen: Berlin hofft auf eine Stabilisierung des Landes, in dem zwischen 2011 und 2024 ein Bürgerkrieg getobt hatte, und auf einen wirtschaftlichen Wiederaufbau. Nicht zuletzt, damit syrische Bürgerkriegsflüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren. Und damit syrische Straftäter leichter abgeschoben werden können.
"Unser Interesse ist, dass Syrien stabil und prosperierend aufgebaut wird", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Freitag bei der Ankündigung des Besuchs. Den Vorwurf der Kriegsverbrechen gegen al-Scharaa wollte Kornelius auf Nachfrage nicht "beurteilen". Und zur Lage der Menschenrechte sagte der Merz-Sprecher, "selbstverständlich" werde bei dem Gespräch im Kanzleramt "die innenpolitische Situation in Syrien eine Rolle spielen, die Situation der verschiedenen Volksgruppen".


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