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AfD-Regierung wäre Problem für die Justiz
Aktualisiert am 01.09.2026 - 17:47 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein Jura-Absolvent: Eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt würde viele Bewerber abschrecken. (Symbolbild) (Quelle: IMAGO/Silas Stein)
Sachsen-Anhalts Justiz steht vor einem personellen Umbruch. Eine AfD-Regierung würde die Gewinnung von juristischem Nachwuchs wohl erheblich erschweren.
Wenn die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine absolute Mehrheit erreicht, könnte es zu erheblichen Schwierigkeiten kommen, Juristen für den Staatsdienst zu gewinnen. Das geht aus einer Umfrage der juristischen Lernplattform Jurafuchs unter Studierenden des Fachs hervor.
Demnach würde die Zahl der Nachwuchsjuristen, die sich in Sachsen-Anhalt für den Staatsdienst bewerben, im Falle einer AfD-Regierung um etwa 70 Prozent zurückgehen. Die Zahl der Menschen, die bereits in Sachsen-Anhalt und nah an der Landesgrenze wohnen, ist dabei besonders hoch.
Sollten am 6. September zwei oder mehr Parteien von SPD, Grünen, FDP oder BSW den Einzug in den Magdeburger Landtag verpassen, wäre es sehr wahrscheinlich, dass die AfD die absolute Mehrheit der Sitze erringen kann. Das zeigen die aktuellen Wahlumfragen für Sachsen-Anhalt. Kommt es so, kann die AfD im Alleingang regieren – ein erklärtes Ziel, das sich Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gesteckt hat. Doch eine Alleinregierung der AfD hätte einen großen Effekt auf die Innenpolitik des Landes.
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AfD-Regierung wäre Grund, nicht in den Staatsdienst zu gehen
Die Legislative des Landtags und die Judikative beziehungsweise Exekutive, in der die angehenden Juristinnen und Juristen arbeiten würden, sind in Deutschland klar getrennt. Dennoch schreckt Sachsen-Anhalt als Arbeitgeberland offenbar ab, sollte es von der AfD regiert werden. Nur für 17,7 Prozent der Nachwuchsjuristen, die sich den Staatsdienst vorstellen können, wäre Sachsen-Anhalt ein vorstellbarer Arbeitsort dafür, wenn die AfD in der Regierung wäre. 57,7 Prozent der Befragten könnten sich hingegen eine Karriere im dortigen Staatsdienst vorstellen, wenn die AfD nicht in der Regierung wäre.
Die Tendenz ist bei den in Ausbildung befindlichen Juristen innerhalb Sachsen-Anhalts und nah an der Grenze besonders hoch. Unter den 289 Befragten, die im Land oder höchstens 100 Kilometer Luftlinie von der Landesgrenze entfernt sind, können sich 61,6 Prozent vorstellen, sich ohne AfD-Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt zu bewerben. Käme es nach der Landtagswahl aber zu einer AfD-Alleinregierung, wären es nur noch 15,2 Prozent.
Schon jetzt Fachkräftemangel im Staatsdienst
Diese Ergebnisse kommen zu einer Zeit, in der das Land ohnehin viele unbesetzte Stellen im Justizapparat hat. Der Bund der Richter und Staatsanwälte in Sachsen-Anhalt warnte bereits im Februar 2026 vor der "dramatischen personellen Unterdeckung" in Staatsanwaltschaften und anderen Justizeinrichtungen Sachsen-Anhalts. Demnach wäre, würde sich die Lage weiter zuspitzen, die Funktionsfähigkeit der Strafverfolgung des Landes ernsthaft gefährdet.


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