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Aufmarsch der Maskierten
Aktualisiert am 05.07.2026 - 08:44 UhrLesedauer: 2 Min.
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Vermummte marschieren durch US-Stadt.
Aufmarsch in Washington, D.C.: Mitglieder der rechtsextremen "Patriot Front" versammeln sich nahe dem Kapitol. Die Polizei bezieht eine klare Position.
Anlässlich des 250. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeit sind am Samstag Mitglieder der nationalistischen US-Gruppierung "Patriot Front" durch die US-Hauptstadt Washington, D.C. marschiert. Fotos und Videos in sozialen Medien zeigten maskierte Menschen mit Fahnen vor dem Hauptbahnhof Union Station. Laut "Washington Post" zogen mehrere Hundert einheitlich gekleidete Demonstranten in Richtung des Kapitols. Sie hatten sich weiße Tücher über ihre Gesichter gezogen. Einige trugen Schutzschilder mit sich, wie sie Polizisten bei Demonstrationen einsetzen, allerdings mit der amerikanischen Flagge bemalt.
Andere Teilnehmer des Protestzugs trugen auch die Konföderierten-Flagge, die heute vielfach als Symbol rechtsextremer und rassistischer Milieus gilt. Wie die "Washington Post" berichtete, waren auch auf dem Kopf stehende US-Flaggen zu sehen. Diese soll Lebensgefahr laut dem US-Flaggenkodex signalisieren, wird von Rechtsextremen aber als Protestsymbol gegen den Staat verwendet. Einige Demonstranten riefen "Holt Amerika zurück", so die Zeitung.
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Gruppe will weißen Ethnostaat schaffen
Die "Patriot Front" (Patriotische Front) wurde von Thomas Rousseau im August 2017 als Abspaltung der Organisation "Vanguard America" nach rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville im Bundesstaat Virginia gegründet. Ziel der Gruppierung ist die Errichtung eines weißen Ethnostaates. Die Organisation fällt oft durch straff durchorganisierte, teils unangemeldete Aufmärsche auf. Sie ist nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Anti-Defamation League (ADL) und des gemeinnützigen Southern Poverty Law Centers (SPLC) eine rechtsextreme und neonazistische Gruppierung.
Beim Marsch in Washington griff Rousseau diese Ideologie in einer Rede auf. "Der einzige Weg, unsere Existenz zu sichern, besteht darin, all das zu werden, was wir sein wollen", verkündete Gründer Thomas Rousseau bei einer Kundgebung vor dem Bahnhof Union Station. "Unsere nationale Unabhängigkeit wurde von einer natürlichen Aristokratie unseres Volkes erobert, den Besten unseres angelsächsischen Blutes."
Nach Angaben der Polizei blieb der Marsch friedlich. "Das Metropolitan Police Department verfolgt die heute Morgen im Viertel Eastern Market stattgefundenen Vorfälle, die unter das Recht auf freie Meinungsäußerung fielen", teilte die örtliche Polizeibehörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Rechte Gruppen wie die "Patriot Front" demonstrieren immer wieder in den USA. So protestierten im Januar 2026 die rechtsextremen "Proud Boys" vor dem Kapitol. In den USA sind solche Aufmärsche meistens durch die Meinungsfreiheit gedeckt, die Polizei greift meist nur ein, wenn es Auseinandersetzungen gibt.


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